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Stefan Kunath

Der 8. Mai ist als Tag der Befreiung ein Tag der Freude. Er ist aber ebenso ein Tag der Mahnung

Redebeitrag zum 8. Mai anlässlich des Tages der Befreiung - es gilt das gesprochene Wort

Der 8. Mai ist als Tag der Befreiung ein Tag der Freude. Er ist aber ebenso ein Tag der Mahnung: Wir gedenken heute der Millionen Opfer der Nazi-Diktatur. Und wir gedenken jenen, die in vielen Ländern für den Sieg und die Befreiung kämpften.

Die Sowjetunion und die Rote Armee haben hierbei die mit Abstand schwersten Opfer auf sich genommen. Die deutsche Kriegsplanung sah vor, 30 bis 50 Millionen Bürgerinnen und Bürger der Sowjetunion zu ermorden. Bis zur Befreiung vom Faschismus starben etwa 27 Millionen Bürgerinnen und Bürger der Sowjetunion.

In diesem Jahr, am 22. Juni, jährt sich der Überfall von Nazi-Deutschland auf die Sowjetunion zum 80. Mal. Es ist geradezu beschämend, dass die Bundesregierung keinen offiziellen Gedenkakt zum 22. Juni durchführt. Das zeigt, dass in der heutigen Erinnerungspolitik und im kollektiven Gedächtnis der Bundesrepublik Deutschland das Leid sowie die Verdienste der Bürgerinnen und Bürger der ehemaligen Sowjetunion noch immer nicht ausreichend anerkannt sind.

Mit tiefer Sorge schaue ich auf eben diese Geschichtsvergessenheit hier in der Bundesrepublik Deutschland. Sie führt dazu, dass Deutschland die unvorstellbaren Opfer der ehemaligen Sowjetunion bis heute nicht ausreichend anerkennt. Es ist unsere historische Verpflichtung, alles zu unternehmen, um eine gute Nachbarschaft, die Achtung des Völkerrechts und eine friedliche Zukunft mit den Ländern der ehemaligen Sowjetunion zu fördern.

Das schließt den entschiedenen Einsatz

  • für weltweite Abrüstung,
  • für eine Politik der Entspannung in Europa und gegenüber Russland und
  • einen Stopp aller deutschen Rüstungsexporte ein.

Denn der 8. Mai ist als Tag der Befreiung ein Tag der Freude. Er ist aber ebenso ein Tag zur Mahnung: Nie wieder Krieg. Nie wieder Faschismus!


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